Die Kunst des Nicht-Wissens

Wir leben in einer Welt, die das Wissen vergöttert. Wir werden darauf konditioniert, für jede Frage eine Antwort zu haben. Doch im Zen – und insbesondere in der Praxis der Proto-Kōans – wird das "Nicht-Wissen" nicht als Defizit betrachtet, sondern als der reichste Zustand des Geistes.

Der berühmte "Anfängergeist" (Shoshin) ist ein Geist, der frei ist von den Gewohnheiten des Experten. Der Experte denkt, er wisse schon, wie die Dinge sind. Der Anfänger sieht den Baum und staunt. In diesem Staunen liegt die Möglichkeit zur echten Begegnung.

Warum ist das Nicht-Wissen befreiend?

Weil es uns von der Last der Verteidigung befreit. Wenn ich weiß, muss ich mein Wissen verteidigen. Wenn ich nicht weiß, kann ich einfach da sein. Ich kann zuhören. Ich kann sehen, was wirklich ist, und nicht das, was ich erwarte.

In "Genealogie des Zweifels" laden wir Sie ein, diesen Raum des Nicht-Wissens nicht zu fliehen. Wenn die nächste Unsicherheit kommt: Atmen Sie. Das ist kein Absturz. Das ist der Moment, in dem Sie zum ersten Mal wirklich frei sind.